Auf der Suche
Tageinwärts fließen Abschiedstränen
Die Nacht hat ihren Durst gestillt
Statt mich mit Träumen zu verwöhnen
Entriss sie mir mein Spiegelbild
Verurteilt mich erneut zu suchen
Was lang zu haben ich schon geglaubt
Ich hör mich in die Kissen fluchen
Wie niemand mir die Zweifel raubt
Bin ich die Rose in der Wüste
Die an der Eitelkeit zerbricht
Weil sie den Schatten stets missachtet
In ihrer Gier nach Sonnenlicht?
Und was wenn mich ein Mädel grüßte:
War´n die Gedanken stubenrein?
Und war ich nicht genau wie alle:
Viel zu bequem, verrückt zu sein?
Und suchend irre ich durch Straßen
Nicht ahnend, dass ich es schon fand:
Mein Spiegelbild. Es floh gewissermaßen
Vor all den Zweifeln in ein fernes Land.
Doch diese Zweifel werd´ ich nun begraben
Sie spielten viel zu lang die erste Geige.
Ich will, geht dieser schöne Tag zur Neige
Endlich wieder leben und Träume haben.
© D.Harms