Verfasst von: harDi | 6. Februar 2010

Fußballreportage, 1.Halbzeit, so ab 15.Minute


Endlich stürmt die linke Spitze
Richtung gegnerisches Tor.
Das Publikum verlässt die Sitze
Denn es schnellt erregt empor

Sah es doch ein Foul im Strafraum
In der zwanzigsten Minute
Jetzt nur zu zehnt – das wär ein Alptraum
Stürmer wälzt sich in seinem Blute

Schieri kommt und schaut genauer
Zeigt gelb und danach Strafstoß an
Torwart dirigiert die Mauer
Weil er sonst nichts sehen kann

Eben noch am Boden liegend
Humpelt Stürmer Richtung Ball
Torwart greift, zur Seite fliegend
Doch er kommt zu schnell zu Fall.

Gefoulter Stürmer wird zum Tänzer
Der Jubel hat ihn wohl kuriert
Er rächte sich mit einem Schlenzer
Ins rechte obere Eck. Es führt

sein Team somit hauchdünn zur Pause
und geht beruhigt in die Kabinen…
Jedoch den endgültigen Sieg, den
Muss es sich erst noch verdienen.

Für den zurück liegenden Gegner
Ist es keineswegs zu spät…
Damit nun zurück ins Funkhaus
Melde mich, wenn´s weitergeht.
-dh-

Verfasst von: harDi | 4. Februar 2010

treibgut

Träume tauen auf

sich zum Gedankenmeer vereinend

Dunstschwaden schmecken nach Utopie

ziehen gemächlich Richtung Horizont

die Grenze der Fantasie passierend -

das Meer aus abertrilliarden Gedanken unterdessen

spült reichlich Vernunft an die Ufer.

Man muss sich nur danach bücken.

Verfasst von: harDi | 4. Februar 2010

steter tropfen

steter tropfen

höhlt den stein

nährt das meer

verdünnt die zeit

mit wachsen und werden

spült leben in die welt

Verfasst von: harDi | 2. Februar 2010

Rostocker Winter

schneemann

Grafik: paffenholz.at

Der Fluss ruht unterm Eis versteckt
Und rings das Land liegt schneebedeckt
Geschneit hat es die ganze Nacht:
Los, machen wir ne Schneeballschlacht!

Schon ist der erste Punsch verdaut
Der Weihnachtsmarkt wird aufgebaut
Da kann man Ruprecht jodeln sehn:
Ich möchte lieber rodeln gehen.

Am Ostseestrand man Glühwein trinkt
Die Temperatur der Ostsee sinkt
Doch ich will, statt nur  mitzusaufen
Auf der Warnow Schlittschuhlaufen.
© D.Harms

Verfasst von: harDi | 1. Februar 2010

Nachtgebet eines TV-Junkies

Müde bin ich schließ die Augen,
Sollt´ mein Traum auch nicht viel taugen
Lass oh Herr mich dennoch schlafen
Sollst mich nicht mit Wachsein strafen
Stehn am Himmel Mond und Sterne
Sag ich Dir: Ich träumte gerne
Von einer gewissen Dame…
(Und,wenn´s geht -  Keine Reklame!)
© D.Harms

Verfasst von: harDi | 30. Januar 2010

Rezension eines Bildbandes (Satire)

Wertung: 0 von 21 Sonnen. Die Handlung ist in diesem literarisch unterdurchschnittlichen Machwerk fotoaffiner Naturanbeter kitschig überzogen und zugleich eher dürftig angelegt, ein kurioser Spagat, den man erstmal hinbekommen muss. Mit ungelenken, nur scheinbar wortgewaltig anmutenden, vor Verzückung triefenden Kitschvokabeln, die das Gegenteil einer Ordinärsprache darstellen, wie sie die Jugend von heute benutzt, säuselt der Autor immer denselben Schrift gewordenen Verbaldurchfall, dessen überzeichnet-euphorische Orts- und Naturbeschreibungen den Leser mehr über den Glückstropfen in der Hose des Autoren beim Durchwandern von Wald und Flur verraten als über das Aussehen der beschriebenen Landschaften und Naturwunder an sich.

Zu Lasten des Buchformates wird der vollkommen spannungsfrei geschilderte Plot auch noch mit übertrieben großen Fotos illustriert. Der Autor und Fotograf erklärt den Leser so auf arrogante, anmaßende Art für vollends bescheuert, indem er ihm beispielsweise unterstellt, er wisse nicht, wie ein Baum aussieht – weswegen einer Baumbeschreibung auch noch ein Riesenfoto beigefügt wird – nebst belehrender Bildunterschrift, die dem Leser mitteilen will: Schau her – das ist ein BAUM. Man hört förmlich den Autor sagen:”Und jetzt alle zusammen: BAAAUUUMMM.” Und so setzt sich das über die Seiten fort. Was für eine unökologische Platzverschwendung! Man ahnt bereits auf Seite 8, warum es vermutlich bald keine Bäume mehr geben wird.

Wieviel Text uund geistreiche Handlung ließe sich stattdessen auf diesen Seiten unterbringen! So aber fehlt bei diesem prämenstrual-schwülstigen mit rosaroter Feder geschriebenem Wortgewaber eine den wenig verzückten Leser wirklich erreichende fundamentale Botschaft, die mehr Beachtung findet als ein leiser Furz im Sturm, festgehalten auf einem Ausklappfoto.

FAZIT: Eine Unterlage für ein wackliges Stuhl- oder Tischbein bekommt man auch günstiger. Aufgrund der dünnen, wenigen Seiten und des riesenhaften Formates besitzt das Buch noch nicht einmal einen hohen Heizwert. Die kleine Schrift macht ein Ausschneiden der Worte, um daraus ein Scrabbelspiel zu basteln, ebenfalls unmöglich. Wenn es in Kürze verlegt wird, dann hoffentlich so, dass es niemand je wiederfindet. Alles in allem hätte es diesen bebilderten Pizzakarton wirklich nicht geben müssen, schon gar nicht so überteuert, wie er demnächst in den Handel kommen soll…

Das
Buch…zu dem Preis…also: Ich nehme den Preis NICHT an!!!

©dh 2010

Foto: bachmannpreis.orf.at

Vor wenigen Tagen hatte das dokumentarische Buch „Wie auf See so vor Gericht“ von Michael Schmidt Buchpremiere. Es fasst recherchierte Fakten zum Tod zweier Bundeswehrsoldaten auf hoher See zusammen, die auf erdrückende Weise belegen, dass die Marine und sogar die Justiz hier alles daran setzten, den Verunglückten die alleinige Schuld zu geben, indem Beweise ignoriert, die Eltern der Toten unter psychischen Druck gesetzt und Verfahren verschleppt wurden.

Zu verdanken ist neben dem NDR-Journalisten Schmidt und seinen jahrelangen Recherchen dieses Buch auch dem unermüdlichen Kampf des Vaters eines bei dem Manöver verstorbenen Matrosen aus NRW, der heute noch leben würde, wenn nicht Image und Karriere den verantwortlichen Offizieren und Regierungsbeamten über alles gegangen wäre und die teilweise desolaten Rettungsmittel an Bord nicht unbrauchbar gewesen wären. Denn obwohl das bekannt war, wurde die Übung bei eiskalter See durchgeführt, und obwohl Alternativen möglich gewesen wären, ging der Dienst nach Vorschrift vor – und im Nachhinein tun sich eine Menge Abgründe auf im Kampf gegen die Windmühlen der Justiz. Auch das Verteidigungsministerium tut ein Übriges, um das Image zu wahren.

Wolfgang Scheffelmeier aus Cappel in NRW kämpft gegen die Marine, die Justiz, gegen die Bundesrepublik Deutschland. Sein Einsatz für Gerechtigkeit – Erklärung der Unschuld der Verunglückten – erhält eine eigene Dynamik.

Gerade, weil nach einer längeren Zeit dieses Unrecht nicht unter den Teppich des Vergessens gekehrt werden darf, und damit so etwas nicht immer wieder geschieht, ist diese spannende Faktensammlung ein wichtiges Zeitdokument.

Die Buchdaten wie isbn, Verlag und Preis trage ich hier noch nach…

Verfasst von: harDi | 24. Januar 2010

Schlagseite

Von links nach schräg
Halt suchend am Steg
Liegt eine Yacht
Seit letzter Nacht
Hat Schlagseite
Durch ihre Breite
Mit Kiel auf Grund
Zur Morgenstund
So liegt sie da gefährlich schief
Weil der Käpt´n die Ebbe verschlief

Verfasst von: harDi | 23. Januar 2010

Musiker und Autoren gesucht

Musiker, die ein eigenes Repertoire an Stücken haben und Klavier, Violine, oder Saxophon spielen (eines der Instrumente genügt) haben die Möglichkeit, dieses einmal im Monat bei einem Auftritt aus Anlass einer Lesung in Wismar zu tun.

Bitte Mail an mich siehe Impressum oder hier Kommentar hinterlassen!

Es gibt die Spesen erstattet, aber ein Honorar ist nicht möglich. Die Musik sollte GEMA-frei aufführbar sein und darf gern aus eigener Feder stammen. Auch Klassik funktioniert immer. ( Also keine Chart-Hits usw.)

Gleiches gilt auch für (Nachwuchs-)Autoren und Schreiberlinge, Schriftsteller u dergl. die zu einem bestimmten Thema Texte verfasst haben und diese im Rahmen eines Auftrittes lesen möchten. Die Lesebühne Wismar sucht (auch vorübergehende) auftrittsbereite Autoren. Bitte einfach melden!

Verfasst von: harDi | 23. Januar 2010

Treppengedichte

Verglichen mit einem Lift
Oder einer Leiter
Ist eine Treppe nicht
Gerade
Die kürzeste Verbindung zweier Punkte.


…………und noch ein Treppengedicht:

die treppe (2)

gar hochwärts das geländer ragt
den stufen stets zur seite
schützt jeden der den aufstieg wagt
hinab zu schaun ins weite

vom ringsum-ausblick wird belohnt
wer sich ein herz genommen
und schließlich auch wenn´s ungewohnt
den ausguck hat erklommen

die treppe sich nach oben windet
für alle schwindelfreien
und allen anderen möge man
das untenbleiben verzeihen.
-dh-

Verfasst von: harDi | 16. Januar 2010

Über einen Achttausender

Ein Heiligenschein aus

Wallend-weißer Wolkenwatte

Krönt sein Haupt

Das umgeben von Zeit

Täglich seine Höhe wiederholt

Wo Fernweh zu Stein gefriert

Küssen seichte Nebelschwaden

Ihm zuweilen ehrfurchtsvoll den Fuß

Wie dankbare Untertanen -

Den Menschen aber ist er näher:

Auch sein Prometheus heißt Natur.

D.Harms

Verfasst von: harDi | 15. Januar 2010

Facetten des Lebens

neu-1

Verfasst von: harDi | 15. Januar 2010

planetenbremser mensch

die erde dreht und dreht sich

jedoch der mensch versteht nicht

dass er sie durch sein verhalten

zwingt in den nächst kleineren gang

quasi herunter zu schalten.

Zugegeben, der Vierzeiler trieft vor Plakativität und Symbolhaftigkeit, und ob er wissenschaftlich belegbar ist, wage ich auch zu bezweifeln – gleichwohl ist da was Wahres dran und er eignet sich allemal als “Diskussionsbeitrag” zu der Thematik. Verliebten sagt man nach, dass sich ihrer Meinung nach die Erde schneller drehe….hm. Solange man eine Tüte dabei hat:-)  Vielleicht gelingt es mir ja, hier zum Thema planetenbremser eine diskussion vom (Maschendraht-)Zaun zu brechen. Brechen. Da sind wir schon wieder beim Thema… Vielleicht sollte ich mal über Sodbrennen schreiben?

Verfasst von: harDi | 14. Januar 2010

Buchidee für Krimi-Parodie

Der Plot: Ein Filmteam dreht einen Krimi. Plötzlich stirbt der Regisseur. Die Ermittlungen ergeben: Er hat Gelder, die für die Finanzierung des Filmes gedacht waren, veruntreut. Wurde er erpresst? Der Schauspieler, der den Kriminalkommissar spielen sollte, traut sich plötzlich „authentische“ Ermittlungen zu und richtet mit seinen unorganisierten und merkwürdigen Methoden einiges Durcheinander an. Professionalität sieht anders aus. Will er den Verdacht von sich ablenken?

Arbeitstitel:

Das grüne Blaulicht der Neugier

->  Möglicherweise wird das mein nächstes Projekt.

Verfasst von: harDi | 14. Januar 2010

Mords-Nacht als spannendes Abenteuer

Ich als Krimifan muss hier mal auf ein außergewöhnlich spannungsgeladenes Spektakel verweisen: Das nennt sich Kriminaltheater. Wo und wann es stattfindet, guckst du hier. Und hier. Das regt bestimmt auch zum Schreiben an…

Szenenfoto "Hochmut und Fall"

Verfasst von: harDi | 6. Januar 2010

der andere wochenüberblick

+++schlagzeilen der woche+++

• Stadtreinigung erteilt Feiertagsmüll eine Abfuhr
• Silvester-Böller wieder Mangelware im Einzelhandel
• Überangebot: Schneepreise in Deutschland fallen weiter
• Erste Tauschbörse für Datensammler startet
• Suchmaschine bietet Tool zum Finden der eigenen Krankengeschichte
• Röntgen-Brille für Zollbeamte soll Nacktscanner ersetzen

Verfasst von: harDi | 4. Januar 2010

“Landrattentaugliche” Reise-Erzählung

Anklicken-Bestellen-Lesen!

Henry Montagu Doughty “Mit Butler und Bootsmann” – Ein Bootstörn Anno 1890 von Friesland über die Mecklenburgische Seen bis nach Böhmen.

– Illustriert von seinen Töchtern,

  • Mit einem Nachwort von Peter Maubach (Regionalmuseum Neubrandenburg)

  • Übersetzt von Christina Bechly

  • Erschienen bei Quick Maritim Medien, Rechlin, Hafendorf Müritz

  • ISBN 978-3-9808910-8-0, Preis: 11,80€

Ich habe das Buch für eine Rezension gelesen und kann es ohne Bedenken unbedingt weiter empfehlen. Nachfolgende Zeilen habe ich daraufhin für die Kulturseite von MVregio verfasst.

Lies mehr…

Verfasst von: harDi | 30. Dezember 2009

Neujahrserwachen.

Endlich hat das neue Jahr begonnen und man hat eine Entschuldigung dafür, dass man nicht aus dem  Bett findet – es ist eh` Feiertag, und man versäumt nix, außerdem war gestern Silvester. Zwischen den ganzen Pullen finde ich kaum meinen Wecker, der mir alle Nase lang mit seinem Gepiepe auf die Nerven geht – wenn ich den erwische, der die Schlummertaste erfunden hat!!! Der kann sich auf was gefasst machen. Draußen regnet es Tannenbäume, irgendeiner schreit einen schwedischen Namen, Knut oder so.

Der Silvesterkarpfen in meinem Magen ist zum Glück drin geblieben, er kämpft tapfer gegen meinen Kater. Das Neujahrserwachen ist doch jedes Jahr gleich. Vor meinem Fenster geben vereinzelte Böller noch ihre Abschiedsvorstellung – durch die dünnen Wände höre ich irgendwen in eine Kloschüssel brüllen. Aha. Ein Neujahrskonzert der besonderen Art.

...was? So spät schon?

Ein letzter Schluck aus der Flasche justiert die Schärfe meines Spiegelbildes neu, und ich erkenne mich allmählich wieder. Ich sehe aus wie ein Wohnblock. Ja, das muss mein Kopf sein. Oder doch nicht: Der Spiegel ist in Wahrheit ein Fenster – mein Küchenfenster. Der Abrisskalender auf dem Flur zeigt mir an, wir haben bereits 2010. Ich glaube ihm.  Kinder, wie die Zeit vergeht, denke ich, als ich statt auf die Uhr auf den Ventilator schaue. Mein Orientierungssinn gleicht dem eines siebenköpfigen Drachens. Meine Zunge trägt einen Pelzmantel. Dabei haben es gerade Drachenzungen doch kuschelig warm…

Und dann veranstaltet mein Mageninhalt doch noch  das traditionelle Neujahrsspringen. Er hüpft vor Freude. Dann ist es zu spät. Auch der Zungenpelz vermag ihn nicht vor der Welt da draußen zu beschützen. Er fällt mir vor die Füße, mitten ins neue Jahr hinein: Da bin ich. Mir geht so vieles durch den Kopf…

Stunden später. Ich beiße vorsichtig in einen Apfel aus dem letzten Jahr. Und wieder mal nehme ich mir vor, der nächste Jahreswechsel wird anders. Total anders. Es ist doch immer dasselbe. -Ende-

Nachtrag: …und eben deshalb habe ich diese Zustandsbeschreibung schon vorab festgehalten…Man weiß ja nie, was kommt.  Frohes Neues Jahr allerseits!

Verfasst von: harDi | 25. Dezember 2009

Brief, nach Weihnachten geschrieben

Weihnachten ist gegessen
Habe unterdessen
Weihnachtslieder gehört
Andere beschert
Geschenke bekommen
3Pfund zugenommen
Freunde getroffen
Glühwein gesoffen
Gottesdiensten gelauscht
Geschenke umgetauscht
Reste gegessen
Vorm Fernseher gesessen
Den Tannenbaum entsorgt
Papierschlangen verborgt
Silvesterkarpfen gekauft
Und ihn Fridolin getauft.

Altes Jahr ist bald futsch
Wünsche Euch Guten Rutsch!

Verfasst von: harDi | 24. Dezember 2009

Alle Jahre wieder

Seine Zweige biegt zur Erde
Der überladne Weihnachtsbaum
Hofft, dass es bald Neujahr werde
Sehnsucht heißt sein letzter Traum

Sehnsucht nach der kleinen Schonung
Und nach klarer Winterluft
Die fernbeheizte Neubauwohnung
Ähnelt für ihn einer Gruft

Harzig-zäh fließt eine Träne
Langsam seinen Stamm hinab
Lautlos weint er, ohne Töne –
Und steht und wartet auf sein Grab.
D.Harms ©

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