Wertung: 0 von 21 Sonnen. Die Handlung ist in diesem literarisch unterdurchschnittlichen Machwerk fotoaffiner Naturanbeter kitschig
überzogen und zugleich eher dürftig angelegt, ein kurioser Spagat, den man erstmal hinbekommen muss. Mit ungelenken, nur scheinbar wortgewaltig anmutenden, vor Verzückung triefenden Kitschvokabeln, die das Gegenteil einer Ordinärsprache darstellen, wie sie die Jugend von heute benutzt, säuselt der Autor immer denselben Schrift gewordenen Verbaldurchfall, dessen überzeichnet-euphorische Orts- und Naturbeschreibungen den Leser mehr über den Glückstropfen in der Hose des Autoren beim Durchwandern von Wald und Flur verraten als über das Aussehen der beschriebenen Landschaften und Naturwunder an sich.
Zu Lasten des Buchformates wird der vollkommen spannungsfrei geschilderte Plot auch noch mit übertrieben großen Fotos illustriert. Der Autor und Fotograf erklärt den Leser so auf arrogante, anmaßende Art für vollends bescheuert, indem er ihm beispielsweise unterstellt, er wisse nicht, wie ein Baum aussieht – weswegen einer Baumbeschreibung auch noch ein Riesenfoto beigefügt wird – nebst belehrender Bildunterschrift, die dem Leser mitteilen will: Schau her – das ist ein BAUM. Man hört förmlich den Autor sagen:”Und jetzt alle zusammen: BAAAUUUMMM.” Und so setzt sich das über die Seiten fort. Was für eine unökologische Platzverschwendung! Man ahnt bereits auf Seite 8, warum es vermutlich bald keine Bäume mehr geben wird.
Wieviel Text uund geistreiche Handlung ließe sich stattdessen auf diesen Seiten unterbringen! So aber fehlt bei diesem prämenstrual-schwülstigen mit rosaroter Feder geschriebenem Wortgewaber eine den wenig verzückten Leser wirklich erreichende fundamentale Botschaft, die mehr Beachtung findet als ein leiser Furz im Sturm, festgehalten auf einem Ausklappfoto.
FAZIT: Eine Unterlage für ein wackliges Stuhl- oder Tischbein bekommt man auch günstiger. Aufgrund der dünnen, wenigen Seiten und des riesenhaften Formates besitzt das Buch noch nicht einmal einen hohen Heizwert. Die kleine Schrift macht ein Ausschneiden der Worte, um daraus ein Scrabbelspiel zu basteln, ebenfalls unmöglich. Wenn es in Kürze verlegt wird, dann hoffentlich so, dass es niemand je wiederfindet. Alles in allem hätte es diesen bebilderten Pizzakarton wirklich nicht geben müssen, schon gar nicht so überteuert, wie er demnächst in den Handel kommen soll…
Das Buch…zu dem Preis…also: Ich nehme den Preis NICHT an!!!
©dh 2010
Foto: bachmannpreis.orf.at
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